Mehr Staat statt Meer

So. Da bin ich nun seit ein paar Tagen zurück aus Indien und widme mich wieder alltäglichen Dingen, schwirrt mir doch tatsächlich dieser wunderbare Artikel auf den Bildschirm. Maßgeblich ist da meines Erachtens vor allem dieser Abschnitt:

„Werden auch die Verfassungsbeschwerden gegen den Atomausstieg im Sinne der Energiekonzerne entschieden, kommen auf den Steuerzahler Kosten in Milliardenhöhe zu.“

Das ist das Großartige an Politik:
Wenn die verantwortlichen Organe Mist bauen, müssen nicht etwa sie selbst die Kosten tragen (Wo kämen wir denn da hin?!) – Nein, das wird ganz selbstverständlich auf denjenigen abgewälzt, der sich ohnehin nicht wehren kann – nämlich den Steuerzahler.
Politikbetrieb und Großbanken funktionieren so ein bisschen nach dem ähnlichen Prinzip – dem des „Too big to fail“ – oder auch: handeln ohne Risiko. Ist es da nicht beruhigend zu wissen, dass die Wahlentscheidung im September ein kollektiver Aufschrei nach „mehr Staat“ ergo auch „mehr Politik“ war?
Im Bundestag gibt es keine einzige liberale Partei mehr – de facto also auch keine Partei, die sich antagonistisch der „mehr Staat = gut“-Doktrin entgegensetzt und dem Bürger eher ein Mehr an Individualrechten und weniger Staat zugestehen will.
Wer sich jetzt darüber beschwert, dass er genau das bekommt, was er gewählt hat, dem antworte ich einfach nur noch hiermit:

Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=584976888203587&set=a.561299107238032.1073741828.560982997269643&type=1&ref=nf

Von Menschenrechten und anderen Traumata

Da ich aus Zeitmangel momentan nicht zum ausführlichen Bloggen komme, begnüge ich mich mal mit diesem Kommentar zu Augsteins neuster Kolumne.

„Sollen die beiden ruhig beherzt für die Rechte von russischen Schwulen und ukrainischen Oppositionellen eintreten. Aber wenn sie ihr Russen-Trauma abgearbeitet haben, könnten sie sich dann auch mal um unsere Rechte kümmern?“
-Jakob Augstein

Diesen Mann möchte man doch eigentlich rund um die Uhr mit den Produkten seiner eigenen Blödheit verhauen – oder ihm wenigstens hin und wieder ins Gesicht kotzen.
So unschön diese ganze NSA-Sache auch ist:
Es ist kein Vergleich zu den quasi-totalitären Methoden des Staatsapparats in Putins Russland. Zumindest müssen hierzulande Oppositionelle und Anderslebende/denkende nicht mit Verfolgung oder Schlimmerem rechnen, aber das scheint das Millionärssöhnchen ja nicht zu interessieren, so lange es gegen den bösen Westen hetzen kann.

Quo vadis, SPD?

Na endlich, ich hatte schon befürchtet, mein vorurteilbeladenes Weltbild aufgeben zu müssen, in dem das Gros der Politik aus opportunistischen Bastarden besteht und es völlig egal ist, wer was vor der Wahl sagt, weil danach ohnehin alles anders ist.
Glücklicherweise ist auf die SPD stets Verlass, denn sie vollführte das meisterhafte Kunststück, ihren Wählern zu zeigen, was sie unter einer „klaren Absage“ an eine Große Koalition versteht.
SPD-Sprech vor der Wahl: „Nicht mit uns!“
SPD-Sprech nach der Wahl: „Muss halt, geht nicht anders, weil Linke und Grüne doof.“

Das Wunderbare daran ist, dass es doch tatsächlich Menschen gibt, die geglaubt haben, die SPD würde sich daran halten. Diese Partei ist genauso, wie es die Grünen gewesen wären, nur ein Steigbügelhalter für Mutti, die sich weiter im Kanzleramt die Sonne aufs Gemüt scheinen lassen und sich zurücklehnen kann.
„Läuft doch!“ – Warum also irgendetwas ändern? Es geht doch längst nicht mehr darum, großartig revolutionäre Inhalte umzusetzen, sondern nur um die Frage, auf wessen Rücken Mutti die nächsten vier Jahre Skateboard fahren darf. Die Deutschen finden die britische Monarchie, bzw. royale Zeremonien generell doch supertoll – warum sind wir also nicht so konsequent und krönen unsere werte Kanzlerin zu Mutti Merkel I.? Natürlich auf Lebenszeit.
Dann könnten wir auch gleich noch diese lästigen Wahlen abschaffen, weil die Ergebnisse ohnehin schon vorher ziemlich klar sind, da wegen dieser wunderbar urdemokratischen 5%-Hürde kleinere Parteien überhaupt keine Möglichkeit haben, irgendwie an der politischen Willensbildung teilzuhaben – und mal eben der Willen von ein paar Millionen Menschen ignoriert wird.
Mein Wunsch zu Weihnachten:
Ich will ’nen Merkel-Teddy. Mit Krone.