Warum ich nicht links bin. (Part I)

Meine Gedanken kreisen schon seit geraumer Zeit darum, meine persönliche politische Philosophie niederzuschreiben – einerseits für mich selbst, andererseits, um immer wieder aufkommende Missverständnisse auszuräumen. Der philosophisch versierte Leser wird die Anspielung im Titel auf den großartigen Bertrand Russell sicherlich erkannt haben und auch wenn ich wohl mit seiner Wortgewalt nicht vollends mithalten kann, erschien mir der Titel durchaus passend. War Russell doch einer der vielen Denker, die mich auf dem Weg zu meinem heutigen Weltbild begleitet und geführt haben.

Bertrand Russell
Bertrand Russell (Quelle: brainpickings.org)

Ich werde immer wieder gefragt, welche politische Einstellung ich habe und warum. Gemeinhin vermeide ich das Wort „liberal“ am Anfang eher, vor Allem aufgrund seiner mittlerweile eher negativen Konnotation. Häufige nutze ich daher lieber diese Formulierung:
„Geh‘ mir nicht auf die Eier und wir werden die besten Freunde.“
Das ist, etwas zugespitzt, letztlich das grundlegende liberale Credo. Es beinhaltet die Selbstverantwortlichkeit, Privatsphäre und jegliche Individualrechte. Interessanterweise können viele meiner Gesprächspartner dieser Aussage zustimmen – sobald ich jedoch dazusage, dass ich liberal bin, sind sie überrascht, weil für sie Liberalismus etwas zutiefst Antisoziales und Gesellschaftsschädigendes ist.
An dieser Stelle ist es dann immer sehr hilfreich, wenn ich ihnen meinen eigenen politischen Werdegang näher erläutere.

Wir alle waren früher etwas Anderes.
„Wer mit 20 kein Kommunist ist, besitzt kein Herz – wer mit 40 immer noch Kommunist ist, keinen Verstand.“
So abgedroschen diese Floskel mittlerweile auch sein mag – so zutreffend ist sie jedoch auch. In meiner Jugendzeit war ich das, was man wohl als „sehr links“ bezeichnen kann. Ich vermeide bewusst den Begriff „linksextrem“, da dieser in meinen Augen Gewaltanwendung impliziert – welche ich jedoch immer abgelehnt habe (zumindest in politischen Auseinandersetzungen). Trotzdem war ich viele Jahre lang in der linken Szene verwurzelt, Mitglied der Linksjugend und regelmäßiger Demogänger. Ich kenne das Gefühl, in einem schwarzen Block mit 200 Autonomen zu stehen und die gleichen Sprechchöre zu brüllen. Ich kenne die beunruhigende Gruppendynamik, die dabei entsteht, das freigesetzte Adrenalin, die Bestätigung, die man erfährt. Man beginnt, sich nicht mehr als Individuum zu sehen, sondern versteht sich als Teil eines größeren Kollektivs, das ein übergeordnetes Ziel verfolgt, hinter dem die eigenen Interessen zurückfallen.
Bezeichnend war hierfür ebenfalls, wie bereitwillig und unkritisch ich antisemitische Propaganda übernahm. Lange Zeit war ich tatsächlich davon überzeugt, Israel würde an den Palästinenser einen zweiten Holocaust durchführen. Dass die Juden nichts aus ihrer Vergangenheit gelernt hatten und so weiter. Ich war tatsächlich davon überzeugt, Antizionismus sei kein Antisemitismus. Welch ein fataler Irrglaube. Dass diese Denkmuster letztlich doch noch aufgebrochen wurden, verdanke ich vor allem einem guten Freund, den ich ein paar Jahre später kennenlernen sollte. Doch bis dahin sollte es noch dauern und ich weiter daran glauben, ich allein hätte die Welt und ihre Funktionsweise verstanden.
Ich fühlte mich in einer moralisch-intellektuell überlegenen Position gegenüber all jenen, die meine Ansichten nicht teilten – eine Arroganz, die mir mittlerweile auch selbst sehr häufig bei vielen Linken auffällt.

13. Februar 2011
Wie viele sicherlich wissen, marschierten jährlich hunderte Neonazis am 13. Februar durch Dresden, in Gedenken des „Bombenholocausts“. Eine Veranstaltung, die maßgeblich zum Hofieren des deutschen Opfermythos genutzt wurde – Geschichtsrevisionismus inklusive.
Wie es sich für einen guten Linken gehörte, war ich natürlich ebenso wieder dabei, um mich der Gegendemonstration anzuschließen. Wer später die Medienberichte verfolgt hat, könnte meinen, Dresden gleiche einem Kriegsgebiet – und auf viele Stellen traf das wohl auch zu. Mein einschneidendes Erlebnis und damit auch mein persönlicher Bruch mit der linken Szene fand ebenfalls an diesem Tag statt.
Ein Bus voller Neonazis fuhr an uns vorüber und plötzlich hörten wir nur noch laute Schreie
„DER BUS! DER BUS! DER BUS!“ – und aus einer Seitenstraße stürmten ca. 30 vermummte Autonome, die sofort damit begannen, dem Bus mit Steinen, Stöcken und Fahnenstangen zu Leibe zu rücken. Man konnte die Angst der Nazis im Bus sehen und in diesem Moment wurde mir klar, dass hier etwas grundlegend falsch läuft. So hart bekloppt Nazis und ihre Ideologie auch sein mögen – waren wir wirklich besser als sie, wenn wir uns derselben Mittel, nämlich Einschüchterung durch Gewalt, bedienten?
Ich war noch nie so froh, einen Trupp schwer gepanzerter Polizisten zu sehen, die im Eiltempo auf den Bus zuliefen, um ihn aus der Gefahrenzone zu eskortieren und die Autonomen zu vertreiben.
Natürlich brach ich nicht sofort mit Allem, was mir während der letzten Jahre wichtig war, doch der erste Keim war gesetzt und sollte während der nächsten Monate und Jahre zu einer immer stärker werdenden Idee heranwachsen.

Ich begann also, mich wirklich damit auseinanderzusetzen, woran ich glaubte. Das mag auf einen rationalen Menschen erst einmal seltsam klingen. Man könnte doch eigentlich erwarten, dass man sich immer erst einmal damit beschäftigt, bevor man eine Überzeugung als die eigene annimmt. Aber, ach, welch Naivität. Ebenso wie das die wenigsten religiösen Menschen tun, die in westlich geprägten Industrienationen groß geworden sind, machen sich auch Anhänger politischer Ideologien selten die Mühe, sich damit wirklich tiefgreifend zu beschäftigen. Was vielerorts auch gar nicht gewollt ist. Es geht vor Allem um das Schaffen klarer Feindbilder, eines Gut-Böse-Dualismus und eines Wir-gegen-die-Gefühls. Ihr glaubt mir nicht?
Geht in die Kirche und fragt, wer wirklich die ganze Bibel gelesen hat und wenn ihr Spaß haben wollt, fragt, ob jemand an Drachen glaubt (s. Offenbarung des Johannes – 12,1).
Oder geht zu einem linken Infostand oder Büro und fragt, wer je wirklich die drei Bände des „Kapitals“ gelesen hat (übrigens eine sterbenslangweilige Lektüre). Wer von ihnen hat sich je mit Rousseau auseinandergesetzt? Oder mit Bakunin? Oder, oder, oder.

Mein Abschied vom Himmel
Rückblickend betrachtet, war das Interessanteste an meiner Entwicklung aber nicht so sehr mein Bruch mit der linken Szene, sondern meine immer stärker zunehmende Rationalisierung und Ablehnung metaphysischer Systeme bzw. Ideologien. Je liberaler ich wurde, desto entschiedener wurde ebenso auch meine Kritik an all jenen Strömungen, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, den Menschen in ein bestimmtes Korsett zu pressen und ihm alle nur möglichen Freiheiten unmöglich, oder zumindest unbehaglich zu machen.
Bezeichnete ich mich lange Zeit „nur“ als Agnostiker, änderte sich das, nachdem ich begann, die Bibel und den Koran zu lesen. Auch hatte sich meine Religionskritik bis dahin besonders aufs Christentum bezogen, da ich die Auffassung vieler Linker teilte, Kritik am Islam wäre per se rassistisch und würde nur rechte Ressentiments bedienen. Ein Irrtum, den es mir glücklicherweise abzulegen gelang. Setzte ich mich zuvor immer intensiver mit meiner politischen Überzeugung auseinander, sollte es nun der Religion an den Kragen gehen, weshalb ich viele Stunden damit verbrachte, mich durch die verschiedensten theologischen Streitereien, Kritiken, Anfeindungen, etc. zu lesen. Je areligiöser ich wurde, desto stärker prägte sich ebenso mein Skeptizismus aus.

Man muss dazu sagen, dass ich nicht untertreibe, wenn ich sage, dass ich in einer Familie aufwuchs, die von esoterischem Bullshit maßgeblich geprägt wurde. Geistheilen, Aurasehen, belebtes Wasser, Energiepunkte, Chakren, Wünschelruten, Impfkritik, Homöopathie, MMS, Chemtrails, Reptiloiden, Schamanismus und vieles mehr waren für mich keine Fremdwörter, sondern prägten mich einen großen Teil meiner Kindheit und Jugend. Auch ich nahm vieles davon jahrelang für bare Münze, glaubte, Teil eines erlesenen, ja, auserwählten Kreises zu sein, der eine Art geheimes Wissen besaß. Meine Familie gab und gibt enorme finanzielle Summen (gemessen an ihrem Einkommen) aus, um weiterhin Teil dieses Zirkels zu sein. Heute halte ich es für einen der größten Fehler des deutschen Strafrechts, dass hier nicht hart genug gegen offensichtliche Betrüger vorgegangen wird – Homöopathie wird teilweise sogar von den Krankenkassen getragen. Willkommen in der Welt des esoterischen Bullshits. Dieselben Leute, die sich für aufgeklärt halten und Religion als etwas Antiquiertes ablehnen, bestellen im nächsten Moment ihre Wünsche beim Universum. So viel dazu.
Es erscheint mir durchaus bezeichnend, dass viele Menschen, die sich selbst als links und/oder grün verstehen, große Schnittmengen mit esoterischen Welterklärungsmustern teilen und natürlich ebenso affin für allerlei Verschwörungstheorien sind, die in der Esoterikszene längst zum guten Ton gehören. Die vier Hauptschuldigen sind so auch schnell ermittelt:
Die USA (CIA), Israel (Mossad), der Westen oder der Kapitalismus.
Das sind die Lieblingsfeindbilder der globalen Linken, welche sich je nach Anlass in unterschiedlichster Weise kombinieren lassen. Moment, sagte ich der Linken? Pardon, ich vergaß – wer sich auf den einschlägigen Internetseiten herumtreibt und der Propaganda entsprechender Parteien zuhört, wird schnell erkennen, dass kaum mehr ein Unterscheidungsmerkmal zwischen links und rechts existiert – die Feinbilder sind in vielen Fällen nämlich nahezu identisch. Man nennt es wohl Ironie der Geschichte, dass Linke und Rechte letztlich gegen einen gemeinsamen Feind kämpfen – wenn auch aus unterschiedlichen Motiven heraus.
Ich für meinen Teil sehe darin einen hervorragenden Indikator, dass man genau dann auf dem richtigen Weg ist, wenn das eigene Handeln Linke wie Rechte anpisst. Deshalb mag uns Liberale auch niemand – weil wir keinerlei Kollektive befürworten, weil wir den Menschen eigene Entscheidungen zugestehen und sie so wenig wie möglich bevormunden möchten. Der Liberale sitzt immer zwischen den Stühlen – er kann es naturgemäß niemandem rechtmachen. Er maßt sich nicht an, die besten Ideen für alle Menschen zu haben, weil er genau weiß, wie unterschiedlich die Menschen sind und dass ein jeder variierende Bedürfnisse und Vorstellungen hat. Einen Masterplan, der Glück für alle verspricht, kann der Liberale nicht liefern –dessen ist er sich bewusst – und genau deshalb bleibt er auch unbequem und wird nicht in absehbarer Zeit die Anerkennung bekommen, die er verdient. Er will nicht führen – aber er will ebenso wenig folgen. Er will den Menschen die Freiheit geben, selbst zu entscheiden, was sie glücklich macht – aber ihnen ebenso die Möglichkeit geben, Fehler zu machen, zu scheitern – um daraus zu lernen und zu wachsen. Der Liberale will, dass der Mensch für sich selbst Verantwortung übernimmt – einen goldenen Käfig lehnt er rigoros ab.
Diese Prinzipien sind unattraktiv. Sie sind anstrengend und bieten keine einfachen Lösungen für komplexe Probleme an.

To be continued…

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Vom Menschen, der fliegen wollte.

Ich habe mich ja wirklich daran versucht, nicht über Flug 4U9525 zu schreiben – eben weil mir dieser ganze Flugzeugkatastrophenunglücksmist ohnehin schon meine Facebook- und Twitterwall verhagelt. Aber, ach, ich kann eben auch nicht aus meiner Haut.
Was tut man also als gefühlskalte, neoliberal-kapitalistische Faschistensau?
Man veröffentlich diesen Post auf Facebook und stoppe die Zeit, bis der zu erwartende Shitstorm einsetzt:

„Wenn Gott gewollt hätte, dass die Menschen fliegen können, dann hätte er ihnen Flügel gegeben.
Ergo: selbst schuld.“

Germanwings
Quelle: Getty Images

Natürlich dauerte es nicht allzu lange, bis die selbsternannte Sittenwächterfraktion inkl. Humorwächterabzeichen erschien und mit erhobenem Finger erzählte, das dürfe man nicht sagen, weil wegen der Opfern und das wäre alles ganz schlimm und darüber dürfe man sich nicht lustig machen, weil blablub.
Doch. Darf man. Muss man sogar.

Nur wer den Tod verlachen kann, hat verstanden, was Leben heißt.
Deshalb finde ich diesen ganzen Betroffenheitszirkus auch unsagbar dämlich. Jeder (und leugnet es nicht) von uns hat in irgendeiner Weise schon einmal zynische Sprüche bezüglich Tragödien gebracht. Die Leute, die jetzt „trauern“ sind mitunter dieselben Wichser, die 2001 nach dem Anschlag auf die Twin Towers Gründe gesucht haben, warum das irgendwie gerechtfertigt sein könnte. DAS ist zynisch. Nicht so ein alberner Spruch, der klar als schwarzer Humor zu erkennen ist und seinen Zweck offensichtlich erfüllt – denn er polarisiert.
Klar hätte ich Betroffenheit heucheln können, die ich nicht empfinde – oder einfach nichts sagen, worauf ich aber keine Lust hatte.
Klar ist das empathielos – mir sind die Opfer egal, weil mich nichts mit ihnen verbindet und ich keine emotionale Beziehung zu ihnen verspüre – wozu also Trauer heucheln?
Die ganzen Arschlöcher, die heute trauern, sind morgen wieder die ersten, die Terroropfer verhöhnen, indem sie von gerechten Kämpfen sprechen. Mich pisst einfach diese Doppelmoral, diese ganze Betroffenheitskacke an, die eben nur dann zum Tragen kommt, wenn es gerade in das eigene kleine Weltbild passt.
Man überlege sich einmal, wie die Reaktionen der Leute aussehen würden, wäre das eine amerikanische oder israelische Maschine gewesen – die ganzen antiamerikanischen und antisemitischen Wichser wären aus ihren Löchern gekrochen und hätten sich gefreut.
Wer sagt, ich sei zynisch, mag damit durchaus Recht haben – aber wenigstens bin ich kein Heuchler, sondern immerhin ein ehrlich Zyniker.

Was ist wohl der Hauptgrund ist, dass so viele Menschen Anteilnahme zeigen? Weil es keinen „höheren“ Grund gibt, an dem man das Ganze relativieren könnte. Es ist kein politischer Akt gewesen, sondern der eines verzweifelten Einzeltäters. Deshalb bleibt Ohnmacht und Ratlosigkeit zurück. Weil sich kein Rechtfertigungsgrund finden lässt.
Wer mir nicht glaubt, der mache sich doch einfach mal die Mühe und schau die Presseberichte inkl. zugehöriger Kommentare und generellen Reaktionen an, als ein Passagierflugzeug von russischen Söldnern über Ukraine abgeschossen wurde – war die Anteilnahme da auch nur ansatzweise ähnlich hoch?
Nein. War sie nicht. Weil es politische und somit abstrakte Gründe gab, an denen man das relativieren konnte und die Opfer in den Hintergrund rückten. DAS ist wirklich menschenverachtend.

Doch Humor? Nein, Humor ist das genaue Gegenteil davon.
Humor kennt keine Grenzen, darf keine Grenzen kennen.
Humor ist etwas grundlegend Positives – wer Humor verbietet, sei es aus Gründen des Anstands, der Ästhetik oder subjektiven Wertvorstellungen erschafft damit eine Verbotskultur, die alles, was ihr unangenehm erscheint, reflexartig wegsperrt.
Humor ist DAS Symbol für Freiheit, für Unabhängigkeit – wer über etwas lacht, hat keine Angst mehr davor, lässt sich nicht von gegenteiligen Ansichten einschüchtern oder beirren. Genau das ist auch der Grund, weshalb jedes autoritäre System zuerst den Humor einschränkt – weil man nur zu gut weiß, wie befreiend dieser wirken kann.

Oder um es mit Hesse zu sagen:
„Humor ist immer Galgenhumor, und nötigenfalls lernen Sie ihn eben am Galgen.“

Antikapitalistischer Kapitalismus made in Frankfurt

Antikapitalistische Linke nutzen kapitalistische Fortbewegungsmittel (Auto, Bus, Bahn), um sich zu großflächig zu einer antikapitalistischen Demonstration zu versammeln. Anschließend nutzen sie kapitalistische Technik (Smartphone, Internet), um mithilfe kapitalistischer Medien (Twitter, Facebook) darüber zu berichten.
Um gegen die Gewalt des menschenverachtenden Kapitalismus noch effektiver zu protestieren, nutzen sie kapitalistische Hilfsmittel (Feuerzeuge, Sprengkörper), mithilfe derer sie mit den kapitalistischen Symbolen (Autos, Mülltonnen) und deren Hüter (Polizisten) in einen produktiven Gedankenaustausch (Schlagstöcke, Tränengas, brennende Barrikaden) treten.

Arne Dedert/picture-alliance/dpa/AP Images/Associated Press
Bild: Arne Dedert/picture-alliance/dpa/AP Images/Associated Press

Antikapitalismus bedeutet also, die Annehmlichkeiten des Kapitalismus zu nutzen, um genau diese Annehmlichkeiten zu zerstören.
Verstehe einer diese Welt.

Pegida ist eine Karikatur ihrer selbst

Wie sonst will man verstehen, dass dort, wo 75 % der Bürger erklärt und offiziell konfessionslos sind, angeblich das christliche Abendland verteidigt wird, während z.B. in Bayern, wo der Anteil der Christen rund 74% beträgt (also genau umgekehrt sozusagen), jegliche Pegida-Ableger eine winzige Lachnummer waren?

Dazu lässt sich der Migrantenanteil in Sachsen besser in Promille als in Prozent ausdrucken, während in bayerischen Städten wie Augsburg schon 43,4 % (!) der Einwohner einen Migrationshintergrund haben.
Verrückterweise kommen die trotzdem ohne ein „Augida“ super zurecht.Schaut man sich die Arbeitslosigkeit in Bayern an, wird es noch seltsamer – diese ist nämlich viel niedriger als z.B. in Sachsen. Auch in strukturschwachen Regionen, die es in Bayern natürlich auch gibt. Gleichzeitig ist die Kriminalitätsrate und die Armutsquote in Bayern niedriger als in jedem anderen Bundesland. Auch die Einkommen sind im Durchschnitt viel höher als weiter im Norden, also nicht nur „mehr Jobs“ sondern auch „bessere Jobs“.

Wäre ich Populist, würde ich aus diesen Daten folgern, dass ein hoher Deutschenanteil der Bevölkerung negative Folgen hat:
steigende Arbeitslosigkeit, Kriminalität und schlechte Einkommen.

Blogaward-Nominierung – oder warum ich einfach großartig bin

Nun ist es für jene, die eine gewisse Erfahrung mit dem Bloggen haben ein offenes Geheimnis, dass sich verschiedene Blogger untereinander „Stöckchen“  bzw. Awards zuwerfen, um Fragen zu beantworten und jeweilige Reichweite zu erhöhen.
Natürlich hat das ein Blog wie meiner nicht nötig, da ich mittlerweile so viele Hater habe, dass ich allein schon von deren Klicks und den damit generierten Werbeeinnahmen meinen nächsten Urlaub finanzieren kann.

Nicht.
Schade eigentlich. Wird echt Zeit, dass ich endlich reich und berühmt werde und mir die Anerkennung zuteil wird, die ich längst verdient habe – was nur bisher kaum einer bemerkt hat. Um dieses Ziel nun noch schneller zu erreichen, gilt mein innigster Dank der werten Joan, die mich für diesen Award nominiert hat:
liebsterblogawardDer Award selbst sieht zwar so aus, als hätte ihn ein epileptischer Graphikstudent auf LSD angefertigt – aber hey, schließlich geht es hier um die inneren Werte und der Gedanke ist, was zählt. Irgendwie sowas.
Natürlich gibt es für so einen Award auch Regeln, die strikt befolgt werden müssen, da Nichtbeachtung mit drakonischen Strafen sanktioniert wird. Oder was denkt ihr, warum der saudi-arabische Blogger Raif Badawi ausgepeitscht wurde? Doch nicht wegen sowas lächerlichem wie Menschenrechte. Nein, da ging es einzig um die Missachtung von Blogaward-Regeln:

1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
Erledigt. Viel mehr kann ich mich nicht anbiedern, ohne die Selbstachtung zu verlieren.

2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.

1. Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Manch einer würde sagen, ich hätte einen latenten Hang zu einer narzisstischen Persönlichkeit. Ich hingegen denke, dass es einfach an der Zeit war, die Welt an meinen genialen Gedanken teilhaben zu lassen.
Ich dachte, also bloggte ich.

2. Welcher deiner Blogposts ist dein persönlicher Liebling?

Manch einer denkt jetzt womöglich, ich würde hier meinen PEGIDA-Bericht erwähnen, da dieser die mit Abstand größte Resonanz hervorgerufen hat. Ich persönlich mag aber
NSA, Prism, Tempora, Zivilisation, Hysterie und den ganzen Rest, den ich hasse
am meisten.

3. Hast du durch dein Blog schon besondere Dinge erlebt, die ohne es vermutlich nie passiert wären?

Unzählige Hassbotschaften von Pegidioten, Nazis und anderen Vollidioten. Was für sich genommen sehr lustig ist, da viele offenbar denken, ich wäre jetzt total eingeschüchtert.
Leute, ihr versucht hier jemanden zu beleidigen, der lange genug auf 4chan unterwegs war, dass er über solche Versuche nur noch lachen kann.

4. Für wen bloggst du?

Für die Menschen natürlich. Schließlich muss ihnen ja irgendjemand mal die Welt erklären.

5. Welches der Blogs, denen du folgst, hasst du am meisten? (Die Softies unter euch dürfen auch gerne schreiben, welches sie am wenigsten mögen.)

Keinen. Wem ich folge, der hat es auch verdient – heißt, ich erachte seine Inhalte als relevant und lesenswert.

6. Findest du Inselfragen auch so doof wie ich?

Ich bin so doof, dass ich mir zu Beginn sogar nicht einmal erklären konnte, was Inselfragen überhaupt sind.

7. Wenn du entscheiden dürftest, welches Buch, Spiel oder anderes Medium verfilmt werden soll, welches würdest du wählen und wer sollte das Drehbuch schreiben?

Lycidas – ich mag diese Low-Fantasy einfach.
Drehbuch: Peter Jackson.

8. Welches Videospiel hat dich am meisten beeindruckt?

S.T.A.L.K.E.R. – habe selten ein derart atmosphärisches Spiel erlebt. Dazu gibt es noch hervorragende Mods, die den Wiederspielwert auch nach Jahren erhalten.

9. Wenn du mit einer fiktiven oder realen, lebenden oder toten Person ein Bier/Kaffee/Tee/sonstwas trinken und gemütlich quatschen könntest, wen würdest du wählen?

Deadpool. Weil…Deadpool. Immerhin befindet der sich in meinem Zimmer als Wandgemälde.

10. Was hältst du eigentlich von Terry Pratchett?

Großartig. Auch wenn ich seit einer gefühlten Ewigkeit keinerlei Belletristik jeglicher Art gelesen habe (auch wenn ich gern würde…), da ich aktuell zu vielen Sachbüchern verfallen bin, so war und ist Pratchett für mich schon immer der einer der fähigsten Autoren der Gegenwart.

11. Welchen deiner eigenen Blogposts magst du am wenigsten?

Am wenigsten? Pff. Alles, was ich schreibe, ist per definitionem großartig. Immerhin stammt es von mir.
Aber gut, wenn ich ehrlich sein soll, mag ich den hier am wenigsten. Nicht wirklich lustig und irgendwie auch Ziel verfehlt. Man entwickelt sich eben auch weiter.

3. Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award, die bisher weniger als 1.000 Follower haben.

Jetzt wird es tatsächlich schwierig für mich. Den Blogs, die ich folge, fallen gar nicht so richtig unter die Kategorie der „persönlichen“ Blogs, sondern sind häufig eher Infoseiten. Einige davon sind auch schon seit sehr langer Zeit inaktiv, daher lohnt es sich da nicht wirklich. Da ich aber mehr Follower habe als Blogs, denen ich folge, ist natürlich ein jeder dazu animiert, sich ebenfalls nominiert zu fühlen – gerne auch mit Verweis auf mich.

4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen. und 5. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award-Blog-Artikel.

Ich bin so schrecklich unkreativ. Außerdem habe ich niemanden explizit nominiert, daher sind die oben gestellten Fragen schon ganz ok soweit.

6. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.
Nö.