PEGIDA – ein Erfahrungsbericht

Die Verteidigung des christlich-jüdischen Abendlandes
Verfolgt man die aktuelle Berichterstattung, kommt man um ein Thema nicht herum – PEGIDA. Auch ich habe mich dazu hier bereits kurz geäußert. Doch ich wollte noch einen Schritt weiter gehen, wollte die Behauptungen der „Lügenpresse“ einem Realitäts-Check unterziehen. Wollte wissen, ob das tatsächlich eine Ansammlung verkappter Nazis und Rassisten darstellt. Nun war es also soweit. Doch wie überprüft man eine derartige These am besten? Indem man ein polarisierendes Symbol darstellt. In meinem Fall hieß das konkret, dass ich mir meine Israelflagge schnappte, die normalerweise vor meinem Fenster hängt und mich mit ein paar Gefährten auf den Weg machte, selbst zu erfahren, wer denn eigentlich diese Menschen bei PEGIDA seien. Natürlich war ich voreingenommen und hatte nicht allzu große positive Erwartungen. Doch immerhin versammelten sich dort wöchentlich tausende Menschen, deren erklärtes Ziel es ist, die Werte des christlich-jüdischen Abendlandes zu verteidigen – könnte eine Israelflagge dann wirklich als Provokation verstanden werden und Aggressionen hervorrufen?
Sie konnte es.
Aber der Reihe nach.
Den ersten Stopp mussten wir bereits einlegen, noch bevor wir überhaupt auf dem Theaterplatz vor der Semperoper ankamen. Ein paar sehr freundliche Polizisten baten uns zu sich, nahmen unsere Personalien auf und wiesen uns anschließend darauf hin, dass sie es uns nicht verbieten können, zur Demo zu gehen, uns aber davon abraten. Oder die Flagge einzurollen. Heftiger Start. Eine Israelflagge gilt bei PEGIDA also bereits seitens der Polizei als potentielle Gefährdung für den Träger dieser. Ihre Warnung in den Ohren, dass es zu Aggressionen seitens der Demonstranten kommen könnte, machten wir uns wieder auf den Weg und mischten uns unter das Volk.
Ursprünglich wollte ich die Zeit stoppen, die es dauert, bis die ersten aggressiven bzw. antisemitischen Äußerungen seitens der Demonstranten kommen würden – doch das war nicht nötig. Wir waren keine fünf Minuten vor Ort und uns schlug bereits eine Welle der Ablehnung und Verachtung entgegen. Kommentare wie:

„Ihr seid hier auf der falschen Seite!“
„Verpisst euch!“
„Die Flagge sollte man anzünden!“
„Israel sind die größten Verbrecher!“
„Wir wollen euch hier nicht!“

Sind nur ein kleiner Auszug dessen, was uns in dieser kurzen Zeit an Hass begegnete.
Man hätte ihn in kleine Stückchen schneiden und verkaufen können – so dicht und allumfassend erschien er uns bereits in diesen ersten Minuten. Die von allen Seiten auf uns einstechenden Blicke der unverhohlenen Verachtung trugen ihr Übriges dazu bei. Niemand von uns hatte sich je so unwohl und ungewollt gefühlt. Doch wir ließen uns davon nicht entmutigen und streiften durch die Menge – ohne klares Ziel, aber mit gut sichtbarer Fahne. Wir ignorierten die Hassbotschaften und führten nur im Kopf eine Strichliste – bis es irgendwann so viele waren, dass sich selbst das nicht mehr lohnte und warteten die Reaktionen ab. Es dauerte nicht lange, bis sich einige Herrschaften zu uns trauten und das Gespräch suchten. Wir erklärten ihnen sehr ruhig, mit welcher Intention wir hier waren und welchen Hintergrund diese ganze Aktion hatte. Als wir ihnen berichteten, welche Anfeindungen wir innerhalb dieser Zeit bereits über uns ergehen lassen mussten, konnten unsere Gesprächspartner das anfänglich überhaupt nicht glauben. Wir zitierten ihnen Kommentare wie die genannten und sorgten damit für ehrliche Besorgnis. Wenn dieser kleine Gedankenaustausch bereits bewirkt hat, dass diese Herrschaften erkennen, mit wem sie sich eigentlich gerade solidarisieren, dann waren unsere Bemühungen zumindest nicht vollends vergebens. Vielleicht stehen sie das nächste Mal sogar auf der anderen Seite.

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„Multikulti stoppen“ – Ich habe nichts gegen Ausländer, aber…

Natürlich zog unsere Aktion auch die Aufmerksamkeit der anwesenden Medien auf sich. Eine Freundin aus unserer Gruppe trug einen Beutel mit dem Aufdruck „FCK NZS“ – dieser wurde sogleich als Anlass genommen, ihn inklusive der Flagge aufzunehmen. Medialer Guerillakrieg bei PEGIDA – wenn die nicht mit den Medien reden wollen, tun wir es eben. Selbst schuld. Anschließend wollte ARD noch ein kurzes Interview mit uns führen, welches wir auch bereitwillig gaben und unsere bisherigen Eindrücke der Demonstration schilderten. Könnte es womöglich sein, dass die „Lügenpresse“ doch nicht so einseitig und manipulierend berichtet, wie das angeblich der Fall sein soll? Journalist zu sein, v.a. direkt vor Ort, ist dieser Tage ein selten undankbarer Job und mir taten diese Menschen auch etwas leid. Es ist in etwa so, als wolle man einem Patienten mit Wahnvorstellungen erklären, wie die Realität aussieht, er diese aber weder erkennen kann noch will – und alles ablehnt, was irgendwie dagegenspricht.
Wir zogen weiter unsere Runde, als plötzlich drei Männer mittleren Alters auf uns zukamen – wohl nicht älter als 30. Im Folgenden das sich daraus entwickelnde Gespräch:

Männer (auf den „FCK NZS“-Beutel deutend): Ey, was soll das? Fuck Nazis? Was soll der Mist? Ihr Antifas seid hier falsch!
Wir: Ich dachte, ihr seid keine Nazis? Warum fühlt ihr euch dann angesprochen?
Männer: Sind wir auch nicht! Aber verpisst euch doch mit der Tasche und der Flagge da! Wir wollen euch hier nicht!
Wir: Was hast du gegen die Flagge?
Männer: Israel ist ein Verbrecher. Was die mit den Leuten in Gaza machen! Die Leben auf einem Quadratmeter!
Wir: Ich dachte, ihr verteidigt das christlich-jüdische Abendland?
Männer: Verpisst euch doch einfach!
Ordner stößt hinzu.
Ordner: Gibt es hier Probleme?
Wir: Wir wollen nur reden, alles gut.
Männer: Wir wollen aber nicht mit euch reden. Wir wollen euch hier nicht.
Ordner: Ich muss euch bitten zu gehen.
Wir: Wir wollen keinen Ärger.
Ordner: Ich weiß, aber geht jetzt bitte.

Damit war es amtlich – wir waren offiziell von der Veranstaltung ausgeschlossen worden. Was die ganze Sache umso ironischer macht, sind die Transparente der Demonstranten im Hintergrund, auf denen Dinge wie „(Irre-) Leitmedien demaskieren! Für Meinungsvielfalt“ zu lesen sind.

Meinungsvielfalt für alle (die PEGIDA gut finden)!

Vielfältige Meinungen gut und schön – aber dann doch bitte nicht hier.
Verrückte Welt. PEGIDA eben.
Mich haben diese Reaktionen nicht überrascht – aber es war doch erschreckend, wie offensiv einem der Hass entgegenschlug und wie offen aggressiv viele Teilnehmer uns gegenüber wurden. Bei PEGIDA laufen sicherlich nicht nur ausschließlich Nazis und Rassisten mit – aber es ist für eben jene die perfekte Gelegenheit, sich unter die „normalen Bürger“ zu mischen und ihre kruden Ansichten zu vertreten. Ein jeder, der freiwillig bei PEGIDA mitmarschiert, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er es nicht weiß oder nicht wissen will, dass er im Schulterschluss zu einer Fraktion von Rassisten, Nazis und Antisemiten steht.
Denn wer Solidarität mit eben diesen Leuten zeigt – in welcher Art auch immer, darf sich nicht wundern, wenn er auf dieselbe Stufe gestellt wird.

Abstecher zur Gegendemonstration
Nachdem wir also von der PEGIDA-Demonstration verwiesen wurden, wollten wir noch zur zeitgleich stattfindenden Gegendemonstration. Dahin kamen wir ohne Probleme und wurde auch nicht noch einmal von der Polizei kontrolliert, die uns anstandslos durchließ.
Grundsätzlich war die Stimmung hier wesentlich ausgelassener und toleranter. Es gab zwei Begegnungen bezüglich meiner Flagge – die erste war ein recht skeptischer Kommentar, warum ich mit der Flagge hier sei, worauf ich erwiderte, dass Israel in meinen Augen ein Vorbild eines demokratischen Staats sei, in dem Juden, Christen, Muslime, Ungläubige und alle anderen Menschen von Rechtswegen friedlich zusammenleben können. Damit gab er sich scheinbar zufrieden und zog von dannen.
Die andere Begegnung war ein älterer Herr, wohl so um die 65 oder 70, der mir die Frage stellte, ob die Flagge für mich nur Israel oder alle Semiten symbolisiere. Zu seiner Enttäuschung optierte ich für Israel, woraufhin er in einen etwa 20-minütigen Monolog ausbrach und mir zu erklären versuchte, warum Israel für den ganzen Terror im Nahen Osten verantwortlich war und wieso es nur an Israel läge, dass da kein Frieden ist.
Nachdem offensichtlich war, dass er für keines meiner Gegenargumente zugänglich war, entschied ich mich dafür, ihm den Rücken zu kehren und weiterzugehen. Mir war meine Zeit einfach zu kostbar, um mit „intellektuellen“ Antisemiten zu diskutieren – deren Weltbild ist ohnehin gefestigt und nahezu unmöglich zu beeinflussen.
Abgesehen davon blieb aber alles sehr entspannt, keine Hasskommentare und keine feindlichen Blicke, soweit ich das feststellen konnte. Immerhin etwas.

Fazit
Ich werde meine Meinung, dass PEGIDA zu einem großen Anteil aus Vollidioten besteht, nicht revidieren. Dazu waren meine Erfahrungen gestern viel zu eindrücklich. Jedem, dem wirklich an rationaler Islamkritik gelegen ist, kann ich nur empfehlen, sich von dieser Veranstaltung fernzuhalten und andere Wege zu finden.
Rassismus, Nationalismus, Faschismus und Antisemitismus können nicht die Antworten auf das Problem radikaler Religionsausübung sein.

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Autor: Egoteaist

Existenz positiv bestätigt. Glaube ich. Alles andere ergibt sich.

399 Kommentare zu „PEGIDA – ein Erfahrungsbericht“

  1. Nach Deinem Erfahrungsbericht, habe ich mir diesen Montag auch mal den Spaß gemacht und hab eine Israelfahne mit zum Pediga-Spaziergang genommen.
    Allerdings habe ich auf den FCK NZS verzichtet und sehe auch sonst recht bürgerlich aus.

    Ergebnis: Keine blöden Komentare, keine Anfeindungen aber viele nette Gespräche!

  2. „Mir war meine Zeit einfach zu kostbar, um mit „intellektuellen“ Antisemiten zu diskutieren“

    Ich dachte der ältere Mann hätte es nicht schlimm gefunden, wenn du mit der Flagge ALLE Semiten symbolisiert hättest und nicht nur den Staat Israel. Dass du ihn dann Antisemit nennst kann ich nicht verstehen.

      1. Auch ohne weitere Selbstversuche kann ich ohne Wenn und Aber sagen, daß die Deutschen in der Mehrheit natürlich antisemitisch sind und dies auch immer häufiger zum Ausdruck bringen, ohne sich dabei hinter Israelkritik zu verstecken.
        Unsere jüdischen Freunde (ich kenne tatsächlich einige) sind entweder schon ausgewandert oder spielen mit dem Gedanken dies zu tun. Dabei spielen die Islamisten und ihr liederliches Treiben nur eine untergeordnete Rolle, vielmehr die alltäglichen offenen und versteckten Anfeindungen der braven Bürger sind der Auslöser

  3. Danke für diesen Erfahrungsbericht. Ich für meinen Teil zähle zu der übergroßen Mehrheit der Dresdner, die seit vielen Montagen damit beschäftigt sind für sich zu klären, welchem Protestzug ich mich als freiheitsliebendender Demokrat und Philantroph denn anschließen soll. Seit der gestrigen Veröffentlichung der TU-Studie ist nun sehr deutlich, dass die Beteuerungen der allermeisten sogenannten „Pegidisten“ Gehör verdienen, wenn sie beteuern, keine Rechtsnationalisten bzw. -extremisten zu sein. Es sind mitnichten dumme nationalistische Rentner und Arbeitslose, die da laufen. Es ist die gebildete Mittelschicht mit leicht überdurchschnittlichem Einkommen, die das Symptom und der Ausdruck einer tiefen Glaubwürdigkeitskrise gegenüber Politik und Medien darstellen. ALLE Parteipolitiken und -interessen laufen mit und sie treffen sich bei aller Verschiedenheit und teilweise wohl auch kompromisslosen Interessengegensätzen in Einzefragen in ihrer Politikverdrossenheit. Wer jetzt leugnet, dass diese angemessen sei, der erkläre mir den größer werdenden Anteil der Nichtwähler. Sie sind es, die man dort findet. Und man findet dort auch Extremisten des ganzen Farbspektrums. In was für einer (meinungs-)freiheitlichen Demokratie leben wir eigentlich, wenn man als kritischer Beobachter der Politik Israels als Antisemit beschimpft, diffamiert und mundtot gemacht werden soll? Wie kann man ernstlich diese alltäglichen Menschenrechtsverletzungen einer tatsächlich rechtsnationalistischen Regierung verteidigen indem man dafür sorgt, dass Kritik verunmöglicht wird. Ich bin doch auch kein Rassist, wenn ich die Politik Obamas kritisiere. Ich werde auch nicht als Rassist beschimpft, wenn ich mich zum nordkoreanischen Machthaber äußere oder oder oder…auf irgendwelche projizierten Splitter in der Pupille des anderen verweisen und den eigenen Balken vor den Augen nicht erkennen können. Nach diesem Erfahrungsbericht konnten sehr differenzierte Erfahrungen gemacht werden, aber Bedeutsamkeit erlangen diejenigen, welche der eigenen vorgefassten Meinung entsprachen. Der ganze große Rest ist ein blinder Fleck im Wahrnehmungsfeld. Alle, die subjektiv fest davon überzeugt sind, innerhalb des RICHTIGEN Protestzugs zu laufen, welche das Bezweifeln des eigenen Glaubenssystems nicht kennen, ja vielleicht noch nicht einmal von einem Glaubenssystem bei sich wissen, erleben eine Ideologisierung an sich selbst und bekommen diese allein nicht zu Bewusstsein. Und das schreibt einer, dem die Begriffe Stereotypisierung, Diskriminierung, Ideologie, Politik usw. usf. und die Schriften Hannah Arendts und Louis Althussers Schriften sehr vertraut sind. Rot, braun, schwarz, gelb, grün – eine Ideologie lässt sich nicht oberflächlich am Anstrich dingfestmachen. Es sind andere Parameter, die darüber entscheiden, wann ein Gedanke, eine Idee, ein Interesse ideologisch vertreten wird. DIesen Erfahrungsbericht begreife ich mit allen meinen Hintergründen als einer stereotypen Wahrnehmung geschuldet. Nicht mehr und nicht weniger. Er trägt nichts Wesentliches für die Antwort auf meine Frage ein, welchem Protestzug ich mich anschließe. Ich zweifle, also denke ich, also bin ich – „Dubito ergo cogito, vel quod idem est: cogito ergo sum. Wer sich von Emotionen leiten lässt, kann den Pfad zur Wahrheit nur verfehlen, denn er hat keinen Zugang zur Denkfähigkeit, zur Vernunft. Auch das hundertfach belegt. Mensch, erkenne dich selbst – Erkenne dich, Selbst!

    1. „Protesto ergo sum“ gewissermaßen, man wüsste nur so gerne wogegen! Na gut! Dass jeder Pegidamitarschierer gleich ein „Fascho“ im (west)altlinken Sinne ist, glaube ich auch nicht (Gibt es solche „Faschos“ eigentlich real oder sind sie lediglich eine Projektionsfigut?). Aber: Der Potest kommt von Mitte-(halb)rechts, also aus der konservativ-bürgerlichen Ecke. Das ist nicht zu leugnen und das ist kein gutes Zeichen!

      Meine immer wieder als senfspendierender Kommentierer geschriebene These besagt ja genau das: Die Konservativen sind in der Revolte. Konservative sollen ja an sich Bewahrende sein, sich gegen anmaßende Veränderungswut stellen. Von Konservativen erwarte ich nicht, dass sie Kirchen und/oder Parlamente schleifen. Eigentlich müsste man doch annehemen, dass sie mit den Verhältnissen zufrieden sind. Aber das ist in Deutschland, in Europa aktuell offenbar nicht der Fall. Sie sind auf der Straße. Sie wutbürgern, sie revoltieren! Sie sind politik- und systemverdrossen! Es gab schon einmal eine konservative Generation in Deutschland, die diese revoluzzernde Verdrossenheit auch in sich hatte. Nur kam damals noch die narrzistische Kränkung nach einem verlorenen Krieg hinzu….

      Mit Konservativen an sich hatte ich nie große Probleme, wenn sie mir auch nicht unbedingt nahe waren. Revoluzzernde, wutbürgernde Konservative allerdings sind mir ein Graus, da ich nur zu genau weiß, wohin mit diesen radikalen Herzen die Reise gehen kann.

      1. Mitte- halb- rechts gefährlich??? Verdammt, wir wurden jahrzehntelang von gefählichen Nazis regiert! ( CDU)

      2. @Ubuntu Danke für die unfreiwillige Bestätigung, dass die CDU bei PEGIDA wutbürgernd mitmarschiert. Ansonsten empfehle ich genaueres Lesen. Aber gerne versuche ich es noch einmal mit einfachen Worten: Mit Konservativen an sich hatte ich immer wenig Probleme, ganz anders sieht es mit wutbürgernden Konservativen aus, die gegen das „System“ (ein Göbbels-Zitat übrigens, der sprach auch immer vom „System“) marschieren.

  4. Wer gegen die Politik Israels ist, ist also automatisch ein Nazi? Günther Grass ist demnach auch ein Nazi?

    Und kann sich der Autor überhaupt nicht vorstellen, dass eine pöbelnde Anmache mit „FCK NZS“ gerade auch bei NICHT-Nazis besonders schlecht ankommt, die schon seit Wochen von sämtlichen Medien systematisch als angebliche Nazis VERLEUMDET werden? Dass denen auf sowas ein „verpiss dich“ rausrutscht, ist nicht vornehm, aber doch nur die adaequate Antwort auf so eine provozierende Pöbelei.

    Immerhin konnten die drei zweifelhaften Helden trotz ihrer strohdummen Provokation den Platz ohne körperliche Unbill verlassen. Ob ihnen das auf der anderen, ach so freundlichen Seite – mit einer schlichten, DEUTSCHEN Fahne in der einen Hand und dem Spruch „Kommunistenschweine raus!“ in der anderen Hand – auch gelungen wäre, wage ich zu bezweifeln.

  5. Man schämt sich so sehr für diese sonst so schöne Stadt. Zwischenzeitlich war es für Asylbewerber und Flüchtlinge unvorstellbar Montagabend auf die Straße zu gehen, traurig traurig. Darüber dass Pegida sich selbst zerledert hat kann man auch keine Freude empfinden, jetzt wird halt ohne Spaziergang und Kundgebung, im Kleineren, Privateren gehetzt und beschimpft. Was man als „Nicht Dresdner“ wenig versteht ist, wie persönlich diese ganze Sache mittlerweile ist. Man wird unverhohlen angepöbelt mit einem „Refugees welcome“ Aufnäher am Rucksack in die Bahn einzusteigen, Frauen tragen lieber Wintermütze statt Kopftuch… Und Sachsens Politik tut wie immer….nichts. Auf dem rechten Auge blind zu sein, liegt ihnen eben doch am Besten. Man möchte brechen.

  6. Dein Umgang mit Israel ist recht befremdlich, ebenso zu behaupten, dass fast alle, die die Politik Israels kritisieren – und da gibt es so Einiges zu kritisieren – Antisemiten seien, was schlicht und einfach Blödsinn ist, schon daran erkennbar, dass der Mann auf einer Anti-PEGIDA-Demo war. Das ist für mich die Kehrseite eines ansonsten tollen Berichts… schade.

    1. Unsinn. Es kommt auf die Art der Kritik an. Nochmal: Ein Antisemit ist der, der an Juden das kritisiert, was er an anderen nicht kritisiert.
      Du kannst Israel so viel kritisieren, wie du willst – wenn du dabei aber antisemitische Stereotype und Doppelmaß nutzt, musst du es dir auch gefallen lassen, wenn man dich als Antisemiten bezeichnet.

      1. Bei den Stereotypen gebe ich dir Recht, aber was das Doppelmaß betrifft, musst du auch schauen, an wen die zweite Messlatte anliegt. Freilich macht z.B. die saudi-arabische Regierung viele, weit schlimmere Dinge als die israelische. Andererseits behauptet erstere nicht von sich, demokratisch und humanitär zu sein. Das behauptet auch sonst keiner, und so werden die Schandtaten dort wie der Hunger in Afrika einfach hingenommen.
        Warum gibt es denn so viel Diskussion um die Außen- und Innenpolitik der israelischen Regierung, aber nicht um die von den vielen Diktaturen? Eben weil es bei Diktaturen (mal abgesehen von Hardlinern) keine zwei Meinungen gibt, aber bei Israels Regierung schon. Diskussionen setzten eben verschiedene Sichtweisen voraus. Wenn die eine Seite das Verhalten der israelischen Regierung mit dem Hinweis auf den eigenen demokratischen Anspruch kritisiert, und die andere das Verhalten mit dem Hinweis auf den eigenen demokratischen Anspruch verteidigt, dann ist doch klar, dass es heiß hergeht.

      2. Weißt du, von wem Israel am meisten kritisiert wird? Von den israelischen Medien. Da braucht es keine dahergelaufenen Israelkritiker aus aller Welt.
        Wer es seit über 60 Jahren schafft, trotz dauerhaftem Kriegszustand eine stabile Demokratie zu bleiben und gleichzeitig kontinuierlich technische Entwicklung von globaler Relevanz herzustellen, kann nicht so vieles verkehrt gemacht haben.
        Es ist doch kein Wunder, dass die Mehrzahl der in Israel lebenden Araber lieber dort bleiben möchte, als in die umgebenden arabischen Länder.
        Wer konsequent Ursache und Wirkung vertauscht, hat hier etwas Grundlegendes nicht verstanden:
        Nicht Israel will die Palästinenser ausrotten, sondern genau anders herum. Man höre sich nur mal die Reden des „gemäßigten“ Fatah-Führers Abbas an – von der Hamas ganz zu schweigen.
        Israel hätte weit lieber ein Nachbarland, mit dem es Handel treiben kann, statt sich davor schützen zu müssen.

  7. Ich finde deine Aktion klasse und bewundere auch den dazugehörigen Mut! leider verstehe ich deine Schlussfolgerung aus dem Gesprächmit dem älteren Herr auf der Gegendemo nicht. Er frag wofür die Flagge steht, deine Antwort Israel,er sagt etwas gegen Israel und ist plötzlich Antisemit… Das ergibt für mich leider wenig Sinn…

  8. Grußwort des jüdisch/christlichen Ehepaars Wustrack aus Hannover an PEGIDA. (Ingrid ist Holocaust Überlebende)
    Verlesen durch Lutz Bachmann am 09.02.15 auf dem Neumarkt Dresden.

    Hier der Wortlaut:
    Grußwort der Holocaust-Überlebenden Ingrid Wustrack und ihrem Mann Otto, beide 85 Jahre alt, aus Hannover, Ingrid überlebte mit ihrer Mutter in Berlin
    Ihr lieben mutigen Dresdner,
    ich und mein Mann grüßen euch aus Hannover mit einem herzlichen Shalom! Die Bibel sagt uns: Um Zions willen – also um Gottes Willen – wollen wir nicht schweigen.

    Ihr habt nicht geschwiegen, wenn in Deutschland mit dem Islamismus wieder ein Geist Einzug erhält, der unser aller Freiheit bedroht – Juden, Christen und Säkulare als Ungläubige verfolgt und als Menschen zweiter Klasse ansieht. Für euer Engagement möchten wir auch im Namen der Juden in Deutschland unseren Dank sagen!
    Der von uns sonst geschätzte Präsident des Zentralrates der Juden vertritt nicht die Meinung aller Juden in Deutschland. Deswegen habe ich ihm einen Brief geschrieben mit folgendem

    Wortlaut:
    “Sehr geehrter Herr Dr. Schuster!
    Ihre Auslassungen gegen die Pegida-Demonstrationen sind völlig inakzeptabel. Jeder normale Bürger sieht ähnlich wie die Pegida-Demonstrationen, daß von islamischer Seite weitweit große Gefahren ausgehen. Ich habe mit meiner Mutter die Shoa mühevoll überlebt, aber seit den Antiisraeldemonstrationen im Sommer 2014 weiß ich, daß jüdische Einrichtungen und Veranstaltungen wieder Polizeischutz brauchen. Juden sind nun mal für die islamische Welt der Hauptfeind.

    Wenn nun ausnahmsweise Deutsche mutig auf die Straße gehen, um ein Zeichen zu setzen gegen die Islamisierung des Abendlandes, dann sollte der Zentralrat doch dankbar sein und kommentarlos die Aktionen verfolgen. Aber bitte nicht einfallen in die üblen Beschimpfungen, daß dort in Dresden überwiegend Rassisten und Nazis rumlaufen.
    Die Juden in Deutschland müßten eigentlich begriffen haben, daß die Gegner der schlimmsten Feinde Israels und aller Juden die Freunde der Juden sind. So empfinde ich jedenfalls die Pegida-Demonstration. Und worüber sollten Sie, sehr verehrter Herr Dr. Schuster, ebenfalls nachdenken und nicht gleich verurteilen.”

    Ihr Dresdner und Sachsen, Hunderttausende Deutschen standen Mitte letzen Jahres nicht auf, als überall in Deutschlands Städten “Juden ins Gas” und “Adolf Hitler” und skandiert wurde, auch die Politik reagierte erst auf Initiative von Herrn Graumann. Jetzt aber demonstrierten Politik und so viele Menschen ausgerechnet gegen euch? Das ist nicht richtig so! Denn ihr in Dresden seid gegen die Islamisierung aufgestanden!

    In Brüssel wurden Juden erschossen, als sie ein Museum besichtigen wollten, in Paris müssen die Menschen in Vorstädten ihren Schutz organisieren, während Muslime in Gruppen immer wieder grundlos Juden angreifen. Bei den Attentaten in Paris waren ein Drittel aller Opfer gezielt Juden. In London, Frankfurt und Berlin werden Juden von aufgehetzten Muslimen angegriffen, nur weil sie eine Kippa oder einen Davidstern tragen. In vielen Städten wurden Mitte 2014 Israelfahnen verbrannt und Juden und Israelfreunde tätlich angegriffen. Alle Täter waren aber allesamt keine Rechtsradikalen, sondern Muslime, Menschen islamischer Herkunft!
    Wer ist dagegen aufgestanden? Ihr Dresdner habt es getan!

    In der gesamten islamischen Welt gibt es kaum einen gewählten Bürgermeister, keine echte Meinungsfreiheit, keine Glaubensfreiheit, kein Gefängnis ohne Folterknechte, keine Gleichstellung von Mann und Frau – bis hin zur blutigen Beschneidung von jungen Frauen, Zwangsverheiratungen, bestialische Strafen von Scharia-Gerichten. Es gibt Verfolgung von Christen und Andersdenkenden in schlimmsten Ausmaß, es gibt Hamas, Hisbollah, die Muslimbrüder, Al Kaida, Boko Haram, und ISIS: Bürgerkrieg, Tod und Terror – wohin man auch sieht.

    Damit die islamistische Ideologie mit Scharia und Dschihad nicht weiter in Deutschland Einzug hält – dafür steht ihr als Pegida mit friedlichen Mitteln wie ein Bollwerk dagegen. Jeder, der sich an der Freiheit freut, soll an eurer Seite stehen. Die Kritik richtet sich nicht an die vielen gut integrierten Muslime und Freunde, sondern gegen solche Politik, die islamische Bedrohungen zulässt und fördert.

    Es waren friedliche Märsche um die Stadt, die die Mauern von Jericho zum Einsturz brachten, es waren friedliche Märsche von Martin Luther King, die die Abschaffung der Rassentrennung in den USA herbeiführten, es waren friedliche Märsche von Ghandi in Indien, die die Gleichberechtigung der Inder verbesserte, es waren friedliche Montagsmärsche in der DDR, die die Mauer durch Deutschland niederissen ohne einen einzigen Schuss. Und es werden jetzt wieder eure friedliche Märsche sein, die europaweit die Einwanderungspolitik verbessern werden, um das gute Zusammenleben der Menschen in Europa vor schlimmen Einflüssen schützen!

    Ihr Sachsen, ihr habt ein gutes Gespür für Recht und Unrecht. Wir vertrauen euch, macht weiter so!
    Einen herzlichen Gruß aller Juden in Europa und auch der aus Israel – wir stehen an eurer Seite – mit Gottes Segen,

    Eure Ingrid und Otto aus Hannover

    Vielen lieben Dank!

  9. Seltsame Allianzen von Hanna Rheinz

    Der Anti-Islamismus respektive Pro-Islam-Islamismus geht alle etwas an. Auch die Juden in Deutschland und deren offizielle Vertretung, den Zentralrat. Wer meint, es hier mit Islamkritik zu tun zu bekommen, irrt. Im Gegenteil. Appeasement ist die Strategie der Stunde.

    Und schon steht man vor einem Phänomen, das weltweit einzigartig ist: Während in Frankreich fanatisierte Banden im Namen Allahs Andersgläubige jagen, Straßen und ganze Viertel Straßen terrorisieren und Tausende französischer Juden an Auswanderung denken, richtete der neu gewählte Präsident des Zentralrats, Dr. Josef Schuster, seinen ersten Appell an seine Kollegen in den muslimischen Verbänden. Wie seine Vorgänger setzt Schuster damit die vom Zentralrat seit Jahren verfolgte Strategie fort, die in Deutschland lebenden Muslime zu hofieren.

    Was auf den ersten Blick als honorige Verbrüderung zweier bedrängter Minderheiten erscheinen mag, wirkt bei näherem Besehen als Farce.

    Zum einen sind die Muslime längst keine Minderheit mehr und bedürfen wohl kaum der Fürsprache ausgerechnet jüdischer Verbandsvertreter. Ein Jude, der heute an die Muslime appelliert “Wir sitzen doch alle im gleichen Boot”, offenbart nur sein Wunschdenken. Immerhin fallen Juden gerade weltweit in Ungnade.

    Im Gegensatz zu Juden können Muslime heute in größeren Dimensionen denken. 1,5 Milliarden Glaubensbrüder in aller Welt verbürgen sich dafür.

    Weiterlesen hier: https://numeri249.wordpress.com/2015/02/09/hanna-rheinz/#comments

    Ein ausgezeichneter Artikel von Hanna Rheinz!

  10. Wie wäre es mal die gleiche Aktion auf der Gegenweite durchzuziehen. Auch mit Iraelfahne. Am Ende sind die Linken dann doch noch ein Stück weiter rechts.

  11. „… worauf ich erwiderte, dass Israel in meinen Augen ein Vorbild eines demokratischen Staats sei, in dem Juden, Christen, Muslime, Ungläubige und alle anderen Menschen von Rechtswegen friedlich zusammenleben können. …“
    Ob das die Menschen die vorher auf dem Gebiet des heutigen Israels gelebt haben auch so sehen? Oder die Menschen die in den besetzten Gebieten leben?
    Hier gibts ein paar Antworten: https://www.youtube.com/watch?v=28512uOjeRM

Meinungsfreiheit heißt nicht automatisch Recht zu haben.

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