Quo vadis, SPD?

Na endlich, ich hatte schon befürchtet, mein vorurteilbeladenes Weltbild aufgeben zu müssen, in dem das Gros der Politik aus opportunistischen Bastarden besteht und es völlig egal ist, wer was vor der Wahl sagt, weil danach ohnehin alles anders ist.
Glücklicherweise ist auf die SPD stets Verlass, denn sie vollführte das meisterhafte Kunststück, ihren Wählern zu zeigen, was sie unter einer „klaren Absage“ an eine Große Koalition versteht.
SPD-Sprech vor der Wahl: „Nicht mit uns!“
SPD-Sprech nach der Wahl: „Muss halt, geht nicht anders, weil Linke und Grüne doof.“

Das Wunderbare daran ist, dass es doch tatsächlich Menschen gibt, die geglaubt haben, die SPD würde sich daran halten. Diese Partei ist genauso, wie es die Grünen gewesen wären, nur ein Steigbügelhalter für Mutti, die sich weiter im Kanzleramt die Sonne aufs Gemüt scheinen lassen und sich zurücklehnen kann.
„Läuft doch!“ – Warum also irgendetwas ändern? Es geht doch längst nicht mehr darum, großartig revolutionäre Inhalte umzusetzen, sondern nur um die Frage, auf wessen Rücken Mutti die nächsten vier Jahre Skateboard fahren darf. Die Deutschen finden die britische Monarchie, bzw. royale Zeremonien generell doch supertoll – warum sind wir also nicht so konsequent und krönen unsere werte Kanzlerin zu Mutti Merkel I.? Natürlich auf Lebenszeit.
Dann könnten wir auch gleich noch diese lästigen Wahlen abschaffen, weil die Ergebnisse ohnehin schon vorher ziemlich klar sind, da wegen dieser wunderbar urdemokratischen 5%-Hürde kleinere Parteien überhaupt keine Möglichkeit haben, irgendwie an der politischen Willensbildung teilzuhaben – und mal eben der Willen von ein paar Millionen Menschen ignoriert wird.
Mein Wunsch zu Weihnachten:
Ich will ’nen Merkel-Teddy. Mit Krone.

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